GDMB

Das Metallurgische Seminar der GDMB

Die GDMB Gesellschaft der Metallurgen und Bergleute e.V. hat sich bereits kurz nach ihrer Gründung den Fragen der Ausbildung von Diplomingenieuren sowie deren Weiterbildung auf dem Gebiet der Nichteisenmetallurgie gewidmet. So bildete der 1926 gegründete „Hochschulausschuß“ den Vorläufer des heute tätigen „Fachausschuss für Metallurgische Aus- und Weiterbildung“.

Die enge Praxisverbundenheit der Tätigkeit dieses Fachausschußes für „Metallurgische Aus- und Weiterbildung“ spiegelt sich auch in den seit 1974 regelmäßig durchgeführten metallurgischen Seminaren wieder. Mit diesen Seminaren sollen verschiedene Ziele erreicht werden:

  • fachliche Aus- und Weiterbildung im Bereich der NE-Metallurgie
  • weitreichender Überblick über alle Teilbereiche der Metallurgie
  • Informationsaustausch über Forschungsaktivitäten in Unternehmen und Hochschulen
  • Aufbau von Kontakten zwischen verschiedenen Bereichen der NE-Metallurgie, wie z.B. Verfahrensentwickler, Anlagenbauer, Verfahrensbetreiber, Feuerfestmaterialhersteller oder Beratern etc.
  • Aufbau persönlicher Kontakte in der NE-Metallurgie (Knüpfung von Netzwerken)
  • in besonderem Maße der Kontakt zwischen „alten Hasen“ sowie jungen Diplomingenieuren

In diesem Sinne wurden in den bisher veranstalteten Seminaren immer ausgewählte aktuelle Teilgebiete der Nichteisenmetallurgie und verwandter Fachdisziplinen sowohl hinsichtlich der praktischen Durchführung als auch der theoretischen Deutung behandelt. Dabei gehaltene Vorträge und Präsentationen werden für jedes Seminar zusammengefaßt in der Schriftenreihe der GDMB publiziert, so dass sie auch Nichtteilnehmern an den Seminaren zur Verfügung stehen.


Probenahme bei Roh- und Reststoffen und in der Metallurgie

50. Metallurgisches Seminar

10. und 11. Februar 2020 in Kassel, Schlosshotel Bad Wilhelmshöhe

Probenahme ist essentiell wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg vieler Unternehmen. Daher wird die GDMB dieses Thema im Rahmen der Metallurgischen Seminare aufgreifen und mit praxisnahen Vorträgen ausführlich diskutieren. Dabei sind nicht nur Chemiker und Aufbereiter angesprochen, deren Kerngeschäft Probenahme ist, sondern auch Prozessingenieure, Einkäufer und Controller.

Hinter dem Begriff „Probenahme“ verbirgt sich ein weitverzweigter Komplex an Zielsetzungen, Problemlösungen, Techniken und wirtschaftlichen Aspekten. Proben werden zum Beispiel aus dem Bauch des Erzfrachters, vom LKW, aus dem Rohstoffbunker, vom Schrottplatz, aus der laufenden Produktion oder aus der Prozesswasserleitung genommen.

Eine gute Probenahme mit anschließender exakter Analyse kann den Verlauf eines Prozesses garantieren. Sie kann aber auch die Zufriedenheit eines Kunden fördern und seine Treue zum Geschäftspartner sichern. Eine misslungene Probenahme hingegen kann zum schlechten Ruf einer Technik und im schlimmsten Fall zum Misserfolg eines Unternehmens führen.

Es soll deshalb im geplanten Seminar die Verfahren und Instrumente vorgestellt, Fallstricke geschildert und der aktuelle Stand der Probenahme beleuchtet werden. Zur Einbeziehung und Diskussion möglichst vieler Aspekte wird die Veranstaltung von den Beiträgen kompetenter Anwender getragen.

Dabei sind Vorträge zu folgenden Schwerpunktthemen vorgesehen:

Prof. Dr. jur. Walter Frenz, RWTH Aachen, LFG Berg-, Umwelt- und Europarecht (BUR), Aachen:
Datensharing in der Lieferkette, juristische Betrachtung

Thiermann, Detlev, Staatlich vereidigter Probenehmer, Essen:
Warum Probenahme – Was kann Probenahme

Stefan Koch, BERZELIUS Stolberg GmbH:
Herausforderungen der DIN ISO 12743 in Theorie und Praxis

Dr.-Ing. Sabine Weineck, Technische Universität Clausthal, CUTEC, Clausthal-Zellerfeld:
Diskontinuierliche Gas-Probenahme: Von der Messplanung bis zur Auswertung

M. Sc. Fabian Borrmann, Sympatec GmbH, Clausthal-Zellerfeld:
Repräsentative Probenahme aus Prozessströmen mit anschließender Echtzeitpartikelanalyse

Carmen Kaiser Brügmann, Rigaku Europe SE:
Repräsentative Probennahme und Qualitätssicherung für Rohstoffe in der Zementindustrie

Dr. John Kettler, AiNT GmbH, Stolberg
Neutronen als Messsonde für die Multi-Elementanalyse von Reststoffen – Anwendungsbeispiele und praktische Erfahrung

Dr.-Ing. Christian Borowski, Hochschule Nordhausen
Pressbohrmethode – von der DIN 54385 zum automatisierten Laborapparat

Dr. Matthias Michelsen, Aurubis AG, Hamburg
Probenahme von Cu-Primärrohstoffen und edelmetallhaltigen Recycling-Materialien

Tobias Kuhm, Aurubis AG, Recyclingzentrum Lünen 
State-of-the-Art Probenahme von Elektronikschrotten – Voraussetzung für ein erfolgreiches Recycling im Aurubis Konzern

Anton Fuchs, Montanwerke Brixlegg AG:
Beprobung heterogener Rohstoffe in einer Kupfersekundärhütte

Dr.-Ing. Hans-Achim Kuhn, Dr. Michael Ebner, A. Broska, Wieland-Werke AG, Ulm:
Probenahme und Analytik in der Fertigung von Halbzeugen aus kupferbasierten Legierungen

Dr. Michael Ebner, Wieland-Werke AG, Ulm:
Probenahme nach der Probenahme – Fallstricke in der Analytik der Kupferbasislegierungen

Dipl.-Ing. Michael Schwalbe, Ingenieurbüro FMS Recycling Solutions for Non-Ferrous Metals, Siegsdorf:
Repräsentative Bemusterung und Probenteilung von gängigen Aluminiumschrotten

Die Organisatoren behalten sich vor das Programm zu ändern, insbesondere die zeitliche Abfolge kann den Bedürfnissen angepasst werden.

 

Das Seminar wird von einer Fachausstellung begleitet.