GDMB

Das Metallurgische Seminar der GDMB

Die GDMB Gesellschaft der Metallurgen und Bergleute e.V. hat sich bereits kurz nach ihrer Gründung den Fragen der Ausbildung von Diplomingenieuren sowie deren Weiterbildung auf dem Gebiet der Nichteisenmetallurgie gewidmet. So bildete der 1926 gegründete „Hochschulausschuß“ den Vorläufer des heute tätigen „Fachausschuss für Metallurgische Aus- und Weiterbildung“.

Die enge Praxisverbundenheit der Tätigkeit dieses Fachausschußes für „Metallurgische Aus- und Weiterbildung“ spiegelt sich auch in den seit 1974 regelmäßig durchgeführten metallurgischen Seminaren wieder. Mit diesen Seminaren sollen verschiedene Ziele erreicht werden:

  • fachliche Aus- und Weiterbildung im Bereich der NE-Metallurgie
  • weitreichender Überblick über alle Teilbereiche der Metallurgie
  • Informationsaustausch über Forschungsaktivitäten in Unternehmen und Hochschulen
  • Aufbau von Kontakten zwischen verschiedenen Bereichen der NE-Metallurgie, wie z.B. Verfahrensentwickler, Anlagenbauer, Verfahrensbetreiber, Feuerfestmaterialhersteller oder Beratern etc.
  • Aufbau persönlicher Kontakte in der NE-Metallurgie (Knüpfung von Netzwerken)
  • in besonderem Maße der Kontakt zwischen „alten Hasen“ sowie jungen Diplomingenieuren

In diesem Sinne wurden in den bisher veranstalteten Seminaren immer ausgewählte aktuelle Teilgebiete der Nichteisenmetallurgie und verwandter Fachdisziplinen sowohl hinsichtlich der praktischen Durchführung als auch der theoretischen Deutung behandelt. Dabei gehaltene Vorträge und Präsentationen werden für jedes Seminar zusammengefaßt in der Schriftenreihe der GDMB publiziert, so dass sie auch Nichtteilnehmern an den Seminaren zur Verfügung stehen.


Chancen und Herausforderung der Elektromobilität

51. Metallurgisches Seminar

11. und 12. Mai 2022 in Clausthal-Zellerfeld:

Eins der dominierenden Themen der aktuellen politischen Diskussion ist die des Klimawandels und der Maßnahmen, wie man ihm begegnen bzw. ihn aufhalten kann. Dabei wird die regenerative Energieerzeugung unter gleichzeitiger Abkehr von der Nutzung fossiler Brennstoffe sehr kontrovers diskutiert. In diesem Zusammenhang kommt dem Wandel des Verkehrssektors hin zur E-Mobilität eine besondere Bedeutung zu, da die Nutzung von Elektro- oder Hybrid-Mobilen vor allem durch regenerative Energien sichergestellt werden soll.

Allerdings sind einige Aspekte dieser Thematik noch nicht bis zum Ende durchdacht. Ein Beispiel hierfür ist das Recycling von Lithium-Ionen-Akkus für die Speicherung elektrischer Energie.

  • In diesen Batterien sind eine Reihe von Metallen verbaut, deren Verfügbarkeit knapp ist (allen voran Kobalt und bedingt Nickel) oder deren Produktion sehr ressourcenintensiv ist (z.B. Lithium). Denn trotz großer Vorkommen gilt seine Förderung und primäre Gewinnung als außerordentlich umweltbelastend.
  • Bei der Herstellung und beim Recycling der Energiespeicher spielen diese Metalle mit ihren unterschiedlichsten Eigenschaften aber die entscheidende Rolle. Die Recyclingprozesse sind auch noch nicht erprobt – und Berechnungsgrundlagen zur Beurteilung einer neuen Technologie müssen nachvollziehbar sein, um ihren Nutzen neutral bewerten zu können.
  • Denn – und das ist leider auch ein Fakt – der Energieaufwand zur Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus oder anderer Komponenten für die E-Mobilität wird leider meist nur in einem idealisierten Gesamtkontext betrachtet wie etwa ihre Herstellung ausschließlich aus regenerativen Energiequellen. Dies ist aber längst (noch) nicht der Fall, so dass sich die Frage stellt, wieviel CO2 bei der E-Mobilität in der aktuellen Form eingespart werden kann?
  • Und: Diese Sondermetalle, die sogar als „Öl der Zukunft“ gelten, sind teuer. Ihre Förderung belastet die Umwelt – und ihr Verbrauch fördert strategische Abhängigkeiten (z.B. von China), weil sie anderswo kaum zu finden sind.

E-Mobilität gilt aktuell als das Nonplusultra in Bezug auf eine fast komplette Verringerung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor – aber nur, wenn es gelingt, den Recyclingkreis der Li-Ionen-Akkus im Rahmen einer Circular Economy zu schließen und verlässliche Verfahren dazu zu entwickeln. Geschieht dies nicht, kann der wachsende Bedarf an den für die Produktion von Li-Ionen-Akkus notwendigen Metallen nicht gestillt werden – was im Zweifel zum schlechten Ruf einer Technik beiträgt und im schlimmsten Fall zum Misserfolg der gesamten E-Mobilität führen wird.

Es sollen deshalb im geplanten Seminar Hintergründe der Rohstoff-Versorgung, Aufbereitungs- und Recyclingverfahren vorgestellt, Fallstricke geschildert und Auswirkungen auf die Versorgung des Landes mit elektrischer Energie nach Umsetzung der E-Mobilität bzw. der Energiewende gegeben werden.

Wir stehen also vor der großen Herausforderung, das zu schützen, was uns am Wichtigsten sein sollte: unseren Planeten. Um die Erde auch zukünftigen Generationen in gutem Zustand übergeben zu können, ist es noch ein langer Weg. Wir sollten ihn gehen.

Dabei sind Vorträge zu folgenden Schwerpunktthemen vorgesehen:

Sven Becker, Trianel, Deutschland:
Auswirkung der Elektromobilität auf den Strommarkt

Dr.-Ing. Alexander Birich, RWTH Aachen, IME - Insitut für Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling, Aachen, Deutschland:
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Prof. Dr.-Ing. Alexandros Charitos, TU-Freiberg - Institut für NE-Metallurgie und Reinststoffe, Freiberg, Deutschland:
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Sophie Damm, DERA, BGR Standort Berlin, Deutschland:
Marktübersicht Rohstoffversorgung Batterie-Rohstoffe

Dr.-Ing. Tobias Elwert, BASF, Deutschland:
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Dr.-Ing. Marcus Eschen, Aurubis AG, Lünen, Deutschland:
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Dr.-Ing. Christian Hagelüken, Umicore AG & Co. KG, Hanau, Deutschland:
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Prof. Dr.-Ing. Christoph Hilgers, KIT Karlsruhe, Karlsruhe, Deutschland:
Klimawende - Energiewende - Rohstoffwende

Dipl.-Ing. Dr.mont. Eva Gerold, Montanuniversität Leoben, Leoben, Österreich:
Lithiumrecycling - Der Schatz im Schrott

Prof. Dr.-Ing. Daniel Goldmann, TU Clausthal, Clausthal-Zellerfeld, Deutschland:
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Dr.-Ing. Anton Klassert, ChemSys GmbH, Deutschland:
Quo Vadis E-Mobilität - Versorgung künftigter E-Autos mit Funktionswerkstoffen (am Beipspiel Kupfer) und erneuerbarer Energien

Dr.-Ing. Frank Leschhorn, Munich Mining International, München, Deutschland:
Carbon-Footprint bei der Produktion von Batterie-Rohstoffen

Alexander Schlemminger, QuantoLux Inovation GmbH, Blaustein, Deutschland:
Mit Laser OES zu neuen Ansätzen in der Verwertung von E-Mobilen - von Recycling über Hydro- bis hin zur Pyrometallurgie

Michael Schmidt, DERA, BGR Standort Berlin, Deutschland:
Rohstoff Lithium - oher kommt das Metall?

Dr.-Ing. Rainer Th. Sojka, ACCUREC-Recycling GmbH, Krefeld, Deutschland:
Li-Ionen Akkus - Aufbau, Funktionsweise, mögliche Recyclingtechniken

Prof. Dr.-Ing. Michael Stelter, TU Freiberg, Freiberg:
Energieerzeugung und -speicherung

Dr.-Ing. Jörg Zimmermann, Fraunhofer IWKS, Hanau, Deutschland:
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Vorläufiges Programm, zeitliche und inhaltliche Änderungen sind vorbehalten! Stand: 03.11.2021

 

 

 


 

Das Seminar wird von einer Fachausstellung begleitet.